"Wozu brauche ich denn einen Fotodrucker, mein Gerät kann doch schon farbig!" Diese Aussage mag für niedrige Ansprüche stimmen, hochwertige Fotos verlangen jedoch nach einem speziellen Fotodrucker. Wie diese Geräte genau funktionieren und für welche Anwendergruppe sie geeignet sind, zeigt dieser Ratgeber.

Sind Fotodrucker keine Tintenstrahldrucker?

Die Funktionsweise ähnelt sich in der Tat, es handelt sich nämlich um dieselbe verwendete Technik. Ein wesentlicher Unterschied liegt daher nicht in der Hardware, sondern in der Tinte: Ein Fotodrucker produziert in der Regel schlechtere Ergebnisse beim Drucken von Text, aber bessere Resultate für Fotos. Damit Text wirklich scharf aussieht, mischen die Hersteller von Druckertinte spezielle Pigmente in die Tinte, welche verhindern, dass die Tinte verläuft - aber genau das soll bei einem Fotodruck passieren. Durch den Verlauf von Tinte erscheint das fertige Bild "wie gemalt". Farbverläufe wirken dadurch natürlicher, Bildbereiche wie ein blauer Himmel oder menschliche Haut sehen wesentlich weicher und echter aus. Das etwas sterile Bild von gewöhnlichen Tintenstrahldruckern wird vermieden.

Wie hoch ist die Qualität der Fotos aus dem Fotodrucker?

Hochwertige Modelle können Ausdrucke erzeugen, welche von denen in einem professionellen Fotolabor nicht mehr mit dem Auge unterschieden werden können. Insbesondere für Amateure mit dem nötigen Kleingeld oder auch professionelle Fotografen kann es daher sehr lohnenswert sein, Geld in einen Fotodrucker zu investieren: Die Wartezeit auf die Entwicklung der Bilder in einem Fachgeschäft entfällt, mögliche Anfahrtszeiten ebenso. Kostengünstiger ist dieser Vorgang auch unter Berücksichtigung von Tinte und Papier aus der eigenen Tasche. Fortschrittliche Allrounder sind außerdem dazu in der Lage, durch einen weiteren Platz für gewöhnliche Kartuschen auch normale Druckertinte aufzunehmen, welche dann auch Text sehr scharf und hochwertig ausgeben kann.

Gibt es Defizite im Vergleich zu gewöhnlichen Druckern?

Kein Gerät ist perfekt und ein Fotodrucker stellt keine Ausnahme dar:

Die laufenden Kosten

Die erwähnte spezielle Tinte, mit welcher die meisten Fotodrucker arbeiten, ist noch einmal teurer als die ohnehin schon kostspielige Druckertinte. Weiterhin gehören Fotos natürlich auf Fotopapier, welches ebenfalls mit höheren Kosten zu Buche schlägt als A4-Standardpapier. Ein wenig Geld lässt sich durch Geräte sparen, welche das Fotopapier vollständig ausnutzen, ohne Ränder zu beschneiden. Ein gutes Angebot sind Fotodrucker, die mehrere kleine Fotos nebeneinander auf dasselbe Blatt Papier drucken können. Langfristig kann dadurch sehr viel Geld gespart werden. Unterhalb des Niveaus von gewöhnlichen Tintenstrahldruckern werden die Kosten jedoch niemals fallen.

Die Geschwindigkeit

Wirklich gute Fotodrucker schaffen eine Seite im (für Fotos ungewöhnlichen) DIN-A4-Format in etwa fünf Minuten. Langsame Geräte benötigen hierfür jedoch durchaus bis zu 15 Minuten. Passionierte Fotografen wird das ein deutlich zu langer Zeitraum sein: Die relativ geringe Zahl von acht Fotos würde dann bereits zwei Stunden in Anspruch nehmen. Seriöse Tests informieren über die tatsächliche Druckgeschwindigkeit übrigens wesentlich besser als die Herstellerangaben: Diese beziehen sich oft auf realitätsferne Anwendungsfälle, wie den Druck von Fotos im Passfotoformat oder auch den Ausdruck von Textseiten. Generell nimmt ein hochwertiger Ausdruck immer mehrere Minuten in Anspruch.

Fotodrucker benötigen für ihre Arbeit also immer mehr Zeit und mehr Geld - aber als Ausgleich gibt es jene Fotoqualität, die sonst nur bei professionellen Anbietern zu bekommen ist.

Wie wird die optimale Druckqualität sichergestellt?

Zwei Faktoren spielen hier eine wichtige Rolle: Das Papier selbst ist das bekannte Fotopapier, welches leicht glänzt und daher auch als glossy bezeichnet wird. Es ist teurer, aber dafür sehen Fotos auch wesentlich brillanter aus als auf Standardpapier. Gleichzeitig besteht hier ein wenig Spielraum für Einsparungen: Originalpapier vom Hersteller muss nicht zwangsläufig zum Einsatz kommen, Papier von Drittanbietern ist oft genauso gut. Hilfreich kann ein Papiersensor im Fotodrucker sein. Dadurch erkennt das Gerät automatisch, um welche Sorte Papier es sich handelt und stellt sich selbst auf die besten Einstellungen ein.

Ebenfalls wichtig ist die Tinte - und hier kann der Unterschied zwischen Originaltinte und Alternativprodukten recht groß ausfallen. Fotodrucker kommen häufig mit zusätzlichen Patronen in den Handel, sodass neben den CYMB-Farben auch ein helles Cyan und helles Magenta dabei ist. Dadurch wirken Farbverläufe realistischer. Die Produkte von Drittanbietern können nicht immer mit den Originalprodukten mithalten - doch um das herauszufinden, ist ein Test und damit ein Kauf der Tinte leider unumgänglich.

Funktioniert die Bedienung beim Fotodrucker anders?

Wer einen gewöhnlichen Tintenstrahldrucker bedienen kann, schafft dies auch bei einem Fotodrucker. Die Bedienung oder die Features unterscheiden sich - mit Ausnahme der Software, welche auf die Fotobearbeitung, den Fotodruck oder die Übertragung von Bildern an den Fotodrucker ausgelegt ist - nicht von einem gewöhnlichen Tintenstrahldrucker. Allein das Ergebnis fällt qualitativ deutlich ansprechender aus. Weiterhin sind auch Laserdrucker keine Alternative zu einem echten Fotodrucker: Hochwertige Modelle produzieren zwar sehenswerte Bilder, aber bei genauem Hinsehen wird das Raster deutlich, welches jeder Laserdrucker technikbedingt erzeugt. Für geringe Ansprüche reicht ein solches Gerät sicherlich aus, aber mit den Resultaten eines Fotodruckers kann die Lasertechnologie nicht mithalten.

Fazit: Wer kauft einen Fotodrucker?

Der Fotodrucker ist sehr speziell und exakt auf sein Anwendungsgebiet ausgelegt. Für ein wenig Spaß mit hochwertigen Bildern zwischendurch ist solch ein Gerät sowohl in seiner Anschaffung als auch unter dem Gesichtspunkt der Folgekosten zu teuer. Berufsmäßige Fotografen oder auch ambitionierte Amateure dürfen über die Anschaffung jedoch gerne nachdenken.

Tipp:

Um nicht in den Kosten für Tinte und Papier zu ertrinken, empfiehlt sich ein zweites Multifunktionsgerät für alltägliche Druckaufgaben.

Weitere Tipps für das perfekte selbst gedruckte Foto gibt es hier!