Hochwertiger Fotodruck zu Hause: Realität oder Zukunftsmusik?

Wegen der hervorragenden Kameras in Smartphones werden mehr Fotos als je zuvor geschossen. Warum drucken wir uns diese Schnappschüsse also nicht auch aus? Welcher Druckertyp eignet sich dafür, wie hoch fällt die Qualität aus - und ist das alles günstiger als die Entwicklung im Fotofachgeschäft?

Lieber keine Laserdrucker

Gleich zu Beginn möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Laserdrucker zwar ihren Einsatzbereich haben, doch der hochwertige Fotodruck zählt nicht dazu. Das hat vorrangig technische Gründe: Die vielen kleinen Punkte, welche durch das Tonerpulver in einem Laserdrucker auf dem Papier landen, können keine echten Farbverläufe erzeugen. Dadurch sieht das fertige Foto auch bei recht hochwertigen Modellen so aus, als würde ein feinmaschiges Raster darauf liegen. Für Fotos ist das nicht akzeptabel, weshalb Sie sich von vornherein lieber auf dem Markt der Tintenstrahldrucker umsehen sollten.

Was macht einen guten Fotodrucker aus?

Gute Fotodrucker erkennen Sie an hervorragenden Eigenschaften in gleich mehreren Disziplinen. Diese teilen sich wie folgt auf:

Bildqualität

Natürlich ist dies ein zentraler Punkt: Bei wirklich guten Fotodruckern können Sie Pigmenttinte einsetzen, welche die Besonderheit hat, dass Farben leicht verlaufen und sich auf dem Papier mischen lassen. Bei Motiven mit weitläufigen Farbverläufen und einfarbigen Flächen - wie einem blauen Himmel, menschlicher Haut oder vielleicht Fell von Tieren - erscheint das Bild dadurch wesentlich brillanter und natürlicher. Gewöhnliche Tinte hingegen kommt beim Ausdruck von Text zum Einsatz, sodass die "Fototinte" in diesem Fall nicht angerührt wird.

Kosten

Achten Sie beim Kauf darauf, vorher die Kosten zu kontrollieren. Diese setzen sich immer aus dem Preis für die Tinte, den Verbrauch pro Seite und auch den Kosten für das Papier zusammen. Verwenden Sie für Fotos auf keinen Fall gewöhnliches A4-Papier, wie Sie es etwa für Dokumente einsetzen. Die Qualität entspricht dann nicht einmal ansatzweise dem Ergebnis, das auf speziellem Fotopapier möglich ist. Achten Sie auch darauf, sich einen Fotodrucker anzuschaffen, der den randlosen Druck beherrscht. Sonst müssen Sie im Anschluss immer selbstständig die überstehenden Ränder abschneiden - und das gelingt fast nie präzise.

Geschwindigkeit

Hier variieren die erhältlichen Fotodrucker drastisch. Wenn Sie nur gelegentlich ein Foto ausdrucken möchten, kommen auch langsamere Modelle möglicherweise in Frage. Beachten Sie jedoch, dass wirklich behäbige Geräte teilweise 20(!) Minuten brauchen, um eine einzige A4-Seite auszudrucken. Etwa 10 Minuten sollten Sie für diesen Vorgang jedoch immer berechnen. Lassen Sie sich beim Kauf außerdem nicht von den Herstellerangaben beirren: Teilweise lesen Sie dort von fünf Minuten pro Seite - aber "pro Seite" bezieht sich auf sehr kleine Formate, die darüber hinaus nicht vollständig bedruckt werden. Vertrauen Sie nur seriösen Tests dieser Geräte.

Für Fotografen: PictBridge

Möchten Sie vor allem selbst angefertigte Fotos ausdrucken, sollten Sie darauf achten, dass der Fotodrucker den Standard PictBridge unterstützt (und die verwendete Kamera ebenfalls). Dadurch können Sie die beiden Geräte einfach mit einem USB-Kabel miteinander verbinden und direkt von der Kamera aus Druckaufträge erteilen. Der Umweg über einen Computer oder ein Notebook entfällt, die Bildnachbearbeitung kann bei guten Digitalkameras gleich am Gerät erfolgen. Insbesondere als ambitionierter Hobbyfotograf sparen Sie dadurch viel Zeit.

Eigendruck oder Fachgeschäft?

Die letztendlichen Kosten betragen bei heutigen Fotodruckern aus der Mittel- bis Oberklasse meist etwa 40 bis 60 Cent pro Foto im Format von 10 * 15 Zentimetern. Ob das günstiger ist als der Gang ins Geschäft, müssen Sie erst vor Ort vergleichen. Nicht vergessen dürfen Sie jedoch, dass Sie durch einen Fotodrucker auch viel Zeit sparen und nicht auf Öffnungs- und Entwicklungszeiten angewiesen sind. Wenn Sie wirklich am Fotodruck interessiert sind, führt unserer Meinung nach also kein Weg an einem eigenen Gerät vorbei.

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