Ratgeber zum Toner-Recycling

Toner unterliegt dem Abfallgesetz, das besagt, dass eine umweltgerechte Entsorgung dieses "Treibstoffs für Laserdrucker" vorgeschrieben ist. Gleichzeitig ist es für Privatanwender kaum möglich, diese Vorschriften zu befolgen, weshalb Unternehmen diese Aufgabe übernehmen müssen. Im Idealfall entsteht aus diesem Prozess recycelter Toner, der günstig in der Anschaffung ist und die Umwelt schont – und wie Sie davon profitieren, zeigt dieser Ratgeber.

Wie kann ich Toner recyceln lassen?

Das bereits erwähnte Abfallgesetz (in der Fachsprache: Kreislaufwirtschaftsgesetz) vom 1. Juni 2012 zwingt sowohl Händler, welche Tonerkartuschen verkaufen, als auch die Hersteller der Produkte selbst zur Annahme Ihrer leeren Tonerkassetten. Das Toner-Recycling wird nicht nur von großen Elektronikketten oder Herstellern übernommen, auch kleinere Betriebe nehmen Ihren Toner inzwischen an.

Je nach Händler oder Hersteller sowie Güte und Kapazität des Produkts werden die leeren Tonerkassetten meist ohne Gegenleistung, aber manchmal auch zu Preisen von wenigen Cent bis hin zu 5 Euro pro Stück angenommen. Anschließend versuchen insbesondere die Händler, die Kartusche nach einer Reinigung mit sogenanntem Refill-Toner zu füllen, um die Kassette weiterzuverwenden. Wir werden Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Ratgeber einige empfehlenswerte Recyclingpartner vorstellen.

Was ist Refill-Toner?

Als Refill (engl. "to refill" = "wiederauffüllen") wird Toner bezeichnet, welcher in eine bereits genutzte Tonerkartusche eingeführt wird. Aus dieser Praxis ergeben sich folgende Vor- und Nachteile:

Vorteile von Refill-Toner

  • Refill-Toner ist wesentlich günstiger in der Anschaffung (und damit auch im Verkauf an den Endkunden). Es handelt sich außerdem um eine umweltfreundliche Methode, die Tonerkartuschen – welche unter umweltschädlichen Bedingungen hergestellt werden – wiederzuverwenden, die Dichte an Sondermüll geht zurück. Weiterhin ist der Wiederauffüllprozess nicht mehr besonders kompliziert, die Anbieter können also auch auf spezifische Anforderungen bestimmter Hersteller eingehen.

Nachteile von Refill-Toner

  • Tonerstaub dieser Sorte unterliegt nicht denselben, rigorosen Qualitätsuntersuchungen der Hersteller. Es kann also nicht garantiert werden, dass die Qualität der Ausdrucke zu 100 % mit der von Originaltoner übereinstimmt. Falls das Pulver zu grobkörnig ist, drohen außerdem Schäden an der Druckerwalze im Laserdrucker, was sich ebenfalls negativ auf die Qualität auswirkt. Achtung: Die Hersteller werden Ihnen keine Garantieleistungen zukommen lassen, wenn Sie Refill-Toner verwenden!

Die mit Toner wiederaufgefüllten Kartuschen landen letztendlich als Rebuilt-Toner im Handel (engl.: "to rebuild" = "wiederaufbauen").

Warum sollte ich Toner recyceln lassen?

Zwar ist das Tonerpulver selbst giftig und damit sowohl gesundheits- als auch umweltgefährdend, doch auch die Kartuschen können nur unter erheblichem Aufwand produziert werden. Eine einzige Kartusche benötigt für den gesamten Prozess etwa zwei Kilogramm Erdöl, außerdem werden weitere sechs Kilogramm CO2 während der Herstellung ausgestoßen. Diese aufwendige Konstruktion ist auch der Grund, warum Refill-Toner in einer Rebuilt-Kartusche so viel günstiger ist als Originalprodukte.

Sehen Sie sich dazu das folgende Beispiel an: Derzeit (Stand: September 2015) kostet eine Tonerkartusche für den Xerox Phaser 6000-Laserdrucker in Cyan mit einer Reichweite von 1.000 Seiten 66,45 Euro direkt beim Hersteller. Ein Anbieter von Rebuilt-Toner aus Berlin verkauft dieselbe Kartusche – gefüllt mit Refill-Toner – für 42,95 Euro. Sie sparen also 23,50 Euro oder etwa 36 % (pro Farbe)! Gerade im Privatbereich können Sie die möglicherweise auftretenden, minimalen Qualitätsunterschiede wahrscheinlich ignorieren, während kleine Unternehmen mit einem hohen Druckvolumen langfristig viel Geld sparen können (bedenken Sie im gewerblichen Umfeld jedoch den Garantieverlust!).

Kann ich Refill-Toner in Eigenregie einsetzen?

Einige Händler verkaufen Refill-Toner separat, sodass Sie mit dem passenden Werkzeug dazu in der Lage sind, eine bestehende Tonerkartusche zu öffnen und diese wiederaufzufüllen. Praktisch können wir davon aber nur abraten: Tonerpulver ist giftig, außerdem handelt es sich um Feinstaub, der bei minimalem Wind – wie einem leicht geöffneten Fenster – bereits wegfliegen kann. Zwar werden diese Produkte in Injektionsspritzen verkauft, welche das lose Handling des Staubs vermeiden sollen, aber Anfänger können dennoch Fehler machen und sich hohen Risiken aussetzen.

Eine Tonerkartusche ist außerdem kein einfaches Stück Kunststoff (wie etwa eine Tintenstrahlpatrone), sondern ein komplexes Stück Technik. Bereits zu viel Licht(!) reicht aus, um etwa die überaus empfindliche Druckertrommel dauerhaft zu beschädigen. Sie sollten Refill-Toner nur selbstständig nachfüllen, wenn Sie sich Ihrer Sache absolut sicher sind.

Wo kann ich Toner recyceln lassen und Rebuilt-Toner beziehen?

Wir stellen Ihnen nun fünf empfehlenswerte Hersteller und Händler vor, welche Ihre Tonerkartuschen recyceln und wo Sie sich neuen Rebuilt-Toner kaufen können. Die Liste ist nicht nach Qualität der Anbieter geordnet, sondern gibt Ihnen einen generellen Einblick in die verfügbaren Anlaufstationen für Toner-Recycling.

Brother

Brother selbst bietet keinen Direktverkauf von alten Tonern in recycelter Form an, doch Sie können dort leere Tonerkartuschen sowie Trommeleinheiten und auch Tonerabfallbehälter komplett kostenlos und umweltgerecht entsorgen.

Dazu begeben Sie sich direkt zur Recycling-Seite für Toner bei Brother und wählen die Toner-Option aus. Alternativ können Sie hier auch Tintenpatronen und alte Drucker entsorgen. Folgen Sie dann diesen Schritten:

  1. 1. Die verbrauchten Tonerkassetten sollten, wenn es nach Brother geht, wieder in demselben Karton verpackt werden, in welchem sie auch geliefert wurden. Da das unrealistisch ist, empfehlen wir einfach die Nutzung eines anderen, stabilen Kartons. Polstern Sie ihn notfalls ein wenig mit altem Zeitungsmaterial.
  2. 2. Verschließen Sie den Karton mit Paketklebeband. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Rücksendeetikett herunterladen" und kleben Sie es außen auf den Karton.
  3. 3. Wenn Sie mehrere Tonerkassetten versenden, kleben Sie diese mit Paketklebeband zusammen und verwenden trotz der mehrfachen Sendung nur eines der Rücksendeetiketten.

Bringen Sie das Paket anschließend zur Post. Die Sendung ist frankiert und Sie müssen keine Kosten entrichten. Achtung: Diese Anleitung gilt nur, wenn Sie bis zu vier alte Tonerkartuschen versenden.

Möchten Sie mehr als vier Tonerkassetten zurücksenden, klicken Sie auf die Schaltflächen "4er Karton Anleitung" oder "12er Karton Anleitung".

Wählen Sie außerdem bitte die Schaltfläche "Sammelkarton bestellen" aus. Brother schickt Ihnen dann einen großen Karton zu, in welchem Sie bis zu zwölf Tonerkartuschen unterbringen können. Das Rücksendeetikett ist auch hier kostenlos und Sie tragen keinerlei Kosten für den Versand.

Für den Aufwand werden Sie zwar nicht direkt entschädigt, doch Brother spendet pro eingesandter Tonereinheit einen kleinen Betrag, um den peruanischen Regenwald zu erhalten. Abseits des Recyclings gibt es keine "saubere" Art, Toner zu entsorgen. Beachten Sie, dass Brother nur Produkte aus eigener Produktion annimmt.

Wintone International

Der Händler Wintone International bietet kein Recycling von Toner direkt an, aber Sie können hier – anders als bei Herstellern direkt – Toner in Form von Rebuilt-Toner beziehen. Das Unternehmen brüstet sich damit, einige Produkte bis zu 75 % günstiger anbieten zu können. Ob das stimmt, können wir angesichts des sehr umfangreichen Portfolios nicht in jedem Einzelfall prozentgenau nachprüfen. Sind Sie mit Ihrer Ware nicht zufrieden, bietet der Händler ein Widerrufsrecht von einem Monat an, was über die gesetzlich vorgeschriebene Dauer von zwei Wochen hinausgeht.

Für welche Hersteller bietet Wintone International Rebuilt-Toner an?

Alle wichtigen Unternehmen werden abgedeckt: Von Brother über Canon und HP bis hin zu Lexmark, OKI und Xerox gibt es praktisch keinen Hersteller von Marktwert, den Wintone International nicht im Angebot hat.

Jedes Produkt ist mit einer eindeutigen Angabe hinsichtlich der Kompatibilität geeigneter Druckermodelle versehen, Irrtümer und Fehlkäufe sind also ausgeschlossen. Die Lieferung erfolgt in die gesamte EU und in die Schweiz, innerhalb von Deutschland geschieht der Verkauf auch von Niedrigpreisprodukten frei von Versandkosten.

Woher bezieht Wintone International die Kartuschen?

Nach eigenen Aussagen verwendet der Händler entweder bereits gebrauchte Kartuschen oder komplett neue Modelle, die aus diversen Gründen bei den Herstellern direkt nicht zum Einsatz kommen konnten. Jede Kartusche wird vor dem Einsatz auf Funktionsfähigkeit überprüft und mögliche Defekte, welche durch Verschleiß unweigerlich auftreten, werden vor dem Verkauf behoben. Wintone International kauft die Produkte nicht vollständig selbst ein, sondern nimmt die Befüllung der Kartuschen mit Refill-Toner vor Ort vor. Falls nötig, verkauft der Händler auch klassische Tintenstrahlpatronen.

Canon

Um an Recycling-Programm bei diesem bekannten Hersteller teilzunehmen, begeben Sie sich auf die dafür eingerichtete Webseite bei Canon. Das Unternehmen verspricht einen rechtssicheren Recycling-Prozess für 100 % der Materialien in einer Tonerkartusche, insbesondere auf den Umweltaspekt ist man beim Unternehmen stolz.

Aus den gewonnenen Materialien stellt Canon wieder neue Kartuschen für das eigene Portfolio her, weshalb es nicht gestattet ist, Produkte anderer Hersteller bei Canon einzusenden.

Welche Kartuschen darf ich bei Canon recyceln lassen?

Sie können bei Canon nicht ausnahmslos alle Toner zum Recycling abgeben, der Hersteller beschränkt sich auf sogenannte All-in-One-Patronen. Einzelne Tonerbehälter beispielsweise werden nicht akzeptiert. Für einen genaueren Überblick hat Canon eine eigene Übersichtsseite bereitgestellt.

Notwendige Schritte für das Recycling-Programm

  1. Begeben Sie sich bitte zuerst auf diese Seite und füllen Sie dort das Formular aus. Sie dürfen über dieses Schreiben bis zu zehn Kartuschen auf einmal versenden.
  2. Anschließend erhalten Sie kurze Zeit ein kostenloses Rücksendeformular zugesendet.
  3. Verpacken Sie die Tonerkartuschen sorgfältig und polstern Sie den Karton mit Kunststoff oder Papier aus.

Der Versand selbst kostet Sie nichts, da das Rücksendeformular bereits frankiert ist. Auf dieser Webseite können Sie auswählen, wie viele Kartuschen Sie versenden möchten.

Rücksendung großer Tonermengen

Möchten Sie mehr als zehn Kartuschen zurücksenden, nutzen Sie bitte diese Webseite. Canon sendet Ihnen für diesen Fall spezielle Kartons zu, in welchen Sie die Tonerkartuschen sicher unterbringen können. Bei besonders umfangreichen Sendungen können Sie auch eine Abholung der Kartons durch den Canon-Kundenservice beantragen. Beachten Sie, dass Sie dieses Programm nur innerhalb von Deutschland nutzen können.

Tonerfabrik Berlin

Bei diesem Anbieter können Sie Tonerkartuschen nicht nur recyceln lassen, sondern sie außerdem verkaufen. Da keinerlei Versandkosten anfallen, können Sie das Geld als Reingewinn verbuchen. Gerade für Unternehmen mit einem hohen Druckvolumen pro Monat lohnt sich diese Variante des Toner-Recyclings, den Privatankauf übernimmt der Händler aber ebenso.

Für eine Einsicht in die derzeitige Preisliste schauen Sie sich bitte dieses PDF-Formular an. Einige Tonerkartuschen nimmt die Tonerfabrik nur kostenlos an, während für andere Exemplare bis zu 4 Euro gezahlt werden. Die Marken erstrecken sich über Brother, Canon, HP, Lexmark & Co. – also alle relevanten Hersteller.

Zustand entscheidet über Preise

Die Preise werden neben dem Produkt an sich auch durch dessen Zustand bestimmt. Vor der Anfrage müssen Sie daher einen Fragebogen ausfüllen, der unter anderem Aussagen über den Zustand Ihrer Tonerkartuschen erfasst:

Mit den von Ihnen erworbenen Tonerkartuschen betreibt die Tonerfabrik dann weiter Handel, indem der Händler sie wieder befüllt und weiterverkauft. Es handelt sich daher um eine sehr effektive, umweltgerechte Methode des Recyclings. Notfalls repariert das Unternehmen beschädigte Kartuschen vor dem Wiederverkauf.

Recycling in Eigenregie

Wie wir bereit erwähnt haben, können Kartuschen durch Refill-Toner auch selbstständig nachgefüllt werden. Falls Sie diesen (für Laien schwierigen) Weg einschlagen möchten, bietet die Tonerfabrik unter dieser URL Anleitungen für das Nachfüllen der Kartuschen für zahlreiche bekannte Druckermodelle an. Bedenken Sie, dass Sie immer auf eigene Gefahr handeln und im schlimmsten Fall die Kartusche vollständig zerstören! Lassen Sie beim Umgang mit dem giftigen Tonerpulver außerdem Vorsicht walten.

Als Alternative bietet sich der Refill-Service des Unternehmens oder auch der direkte Kauf von Refill-Toner an, welcher meist zwischen 20 und 40 % günstiger als beim Originalhersteller und gleichzeitig umweltfreundlicher ist.

OKI

Der bekannte Druckerhersteller OKI bietet nicht nur den Austausch von Tonerkassetten an, sondern recycelt auch Bildtrommeln und Fixiereinheiten. Damit dieses Verfahren möglichst einfach vonstattengeht, legt OKI jeder Tonerkartusche, welche direkt vom Hersteller stammt, einen Entsorgungsbeutel bei.

Anleitung für das Toner-Recycling

Sobald die Tonerkartusche aufgebraucht ist und Sie sie über OKI recyceln möchten, gehen Sie wie folgt vor. Beachten Sie, dass das Unternehmen natürlich nur Produkte aus eigener Herstellung annimmt:

  1. Legen Sie die Tonerkartusche (oder eines der anderen genannten Elemente) in den Entsorgungsbeutel und achten Sie auf einen gründlichen(!) Verschluss.
  2. Anschließend verlangt OKI, dass Sie die Kartusche wieder in den Originalkarton legen und damit versenden. Falls Sie diesen nicht mehr besitzen, akzeptiert das Unternehmen aber jegliche, ausreichend gepolsterte Kartons.
  3. Den Karton statten Sie mit einem Etikett aus, das Sie direkt auf der Webseite von OKI unter dieser Adresse generieren lassen können. Beachten Sie, dass diese Möglichkeit nur aus Deutschland zur Verfügung steht. Sie können auch mehrere Kartuschen auf einmal in einem einzigen Karton versenden, sofern Sie sie entsprechend verpacken.
  4. Geben Sie das Paket anschließend bei der Post ab. Durch das Etikett ist es bereits frankiert, Versandkosten müssen Sie nicht bezahlen.

Hinweise zur Verpackung

Falls Sie die Kartuschen nicht im Originalkarton versenden, achten Sie auf die Hinweise von OKI selbst: Abmessungen von 60 30 15 Zentimetern und ein Gewicht von zwei Kilogramm sind für kleine Päckchen das Maximum, für größere Rücksendungen benutzen Sie bitte Pakete mit maximal 120 60 60 Zentimetern und 20 Kilogramm Gewicht.

OKI verspricht eine ordnungsgemäße Entsorgung aller Tonerkartuschen, allerdings bezahlt der Händler nicht für leere Kassetten.

Machen Sie mit!

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Ratgeber zum Thema Toner-Recycling weiterhelfen konnten. Neben den genannten Beispielen bieten auch andere Drucker- und Tonerhersteller Recycling-Programme an, sodass Sie garantiert auch für Ihr Modell fündig werden. Aufgrund der für Sie kostenlosen Natur des Recyclings und der einfachen Rücksendemöglichkeiten sollten Sie – unserer Meinung nach – unbedingt davon Gebrauch machen. Unser Planet wird es Ihnen danken!

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