Tintenstrahldrucker (27 Artikel)

Tintenstrahldrucker zählen gerade im privaten Einsatz zu den mit Abstand am verbreitetsten Druckervarianten überhaupt. Sie erzeugen ein völlig ausreichendes Schriftbild, beherrschen den Schwarzweiß- ebenso wie den Farbdruck, können als Multifunktionsgeräte sehr häufig auch kopieren und scannen - und der Anschaffungspreis bewegt sich im nur zweistelligen Bereich. Wie Tintenstrahldrucker genau funktionieren und wofür sie sich eignen, zeigen wir in diesem Bericht.

Wie arbeiten Tintenstrahldrucker?

Grundsätzlich nutzen Tintenstrahldrucker die Farbe aus den Tintenkartuschen, um diese in winzigen Bildpunkten auf das Papier zu bringen. Um zu bestimmen, wie fein dieser Vorgang vor sich geht, geben die Hersteller einen DPI-Wert an. Dieser "Dots per Inch"-Wert sagt aus, wie viele Bildpunkte pro Quadratzoll auf dem Papier landen - je höher, desto feiner der Ausdruck. Ein höherer DPI-Wert führt daher zu weniger ausgefransten Schriften und/oder mehr Details beim Ausdruck von Farbfotos. Vor dem eigentlichen Druckauftrag lässt sich der DPI-Wert jedoch auch regulieren, so dass nicht immer ein Druck in voller Qualität erfolgen muss.

Im Detail unterscheiden sich Tintenstrahldrucker weiter:

  • Thermisch operierende Tintenstrahldrucker erhitzen die Tinte in einer winzigen Kammer auf mehrere Hundert Grad Celsius. Durch die Hitze dehnt sich die Tinte aus und wird gewissermaßen auf das Papier geschleudert. Anschließend wird neue Tinte in die Kammer gefüllt und der Vorgang wiederholt sich bis zum Abschluss des Druckauftrags.
  • In einem anderen Verfahren wird ein kleines Piezoelement, das auf elektrische Spannung reagiert, geladen. Die davor befindliche Membran kommt mit der Tinte in Kontakt, wodurch diese - ebenso wie im thermischen Verfahren - auf das Papier geschleudert wird. Anschließend wird auch dieser Vorgang wiederholt.

Ein "bestes Verfahren" gibt es jedoch nicht. Beide Methoden können eine sehr ansprechende Qualität erzeugen, außerdem könnten auch Experten mit bloßem Auge den Unterschied nicht erkennen. Beim Kauf gibt es daher zahlreiche andere Eigenschaften, die für den Anwender deutlich relevanter sind als die verwendete Druckmethode.

Woher bekommt der Tintenstrahldrucker das Farbmittel?

Tintenkartuschen werden in modernen Druckern in vier Farben ausgeliefert: Magenta, Cyan, Gelb und Schwarz. Aus diesen Grundfarben lassen sich alle anderen Farben im Spektrum mischen (und im Schwarzweißdruck kommt nur die schwarze Kartusche zum Einsatz). In praktisch allen verfügbaren Druckern können die Farben einzeln ausgetauscht werden. Außerdem informiert der Drucker auf seinem Display oder Touchscreen über einen leeren Zustand einer Patrone, sodass der Anwender dann nachfüllen kann. Druckerpatronen für Tintenstrahldrucker sind übrigens sehr teuer, sofern es sich um Modelle des Herstellers selbst handelt. Eine sinnvolle Alternative gerade im Privatgebrauch sind Druckerpatronen von Drittanbietern. Meistens handelt es sich dabei um relativ exakte Kopien der Originalpatronen, Kompatibilitätsprobleme sind daher nicht zu befürchten. Der Preis liegt jedoch deutlich unterhalb der Kosten für die "echten" Tintenpatronen - was insbesondere Schüler, Studenten und ähnliche Gruppen erfreut.

Welche Eigenschaften eines Tintenstrahldruckers sind beim Kauf wichtig?

Von Bedeutung ist unter anderem die Druckgeschwindigkeit, welche in Seiten pro Minute angegeben wird. Die Geschwindigkeit hängt, neben der Technik im Drucker selbst, vor allem von der gewählten Auflösung und der Komplexität des Drucks ab. Hochauflösende Fotos beispielsweise benötigen deutlich mehr Zeit als einfache Dokumente. Wer nur hin und wieder das typische "Papierkram" zu erledigen hat, muss der Druckgeschwindigkeit keine hohe Priorität einräumen. Vieldrucker sollten dieses Merkmal jedoch vor dem Kauf mit anderen Geräten vergleichen. Ebenfalls wichtig sind die Kosten, welche in seriösen Tests in Cent pro Seite angegeben werden. Auch hier gilt: Wer viel druckt, sollte diese Folgekosten auf keinen Fall ignorieren, denn sie können schnell den eigentlichen Anschaffungspreis des Geräts übersteigen - und selbstverständlich helfen die genannten alternativen Patronen von Drittanbietern dabei, die Druckkosten drastisch zu senken.

Welche zusätzlichen Funktionen können Tintenstrahldrucker heute erfüllen?

Reine Tintenstrahldrucker sind sehr kompakt, aber nicht besonders vielseitig. Multifunktionsgeräte hingegen nehmen aufgrund der Scanfunktion deutlich mehr Platz ein, aber dafür beherrschen sie das Einscannen ebenso wie das Kopieren jeglicher Dokumente. Im Interesse der Zukunftssicherheit sollte es für nahezu alle Anwender sinnvoller sein, einen Tintenstrahldrucker mit den genannten Funktionen zu erwerben. Qualitativ stehen diese Lösungen einem dedizierten Scanner oder ähnlichen Produkten im Privatgebrauch in nichts nach. Einige Modelle bieten außerdem eine Faxfunktion an, doch ob diese wirklich eine Rolle spielt, hängt stark vom Anwendungsfall ab. Hochwertige Tintenstrahldrucker können zusammen mit Farbfotopapier übrigens auch sehr ansehnliche Fotos ausdrucken, welche professionellen Bildern bereits sehr nahe kommen. Dafür sollte das Geld jedoch in einen speziellen Fotodrucker investiert werden, da der typische Bürodrucker dafür nicht geeignet ist.

Tintenstrahldrucker und das Internetzeitalter

Auch Tintenstrahldrucker können heute moderne Geräte sein: Druckaufträge werden über WLAN übermittelt, außerdem haben Touchscreens an einigen Modellen die monochromen Displays verdrängt. Bestimmte Modelle beherrschen außerdem das Drucken von jedem beliebigen Standpunkt aus: Dazu empfangen diese Tintenstrahldrucker E-Mails und drucken deren Inhalt sofort aus. Ein konkreter Anwendungsfall wäre beispielsweise das Versenden einer entsprechenden E-Mail, welche der Anwender unterwegs auf seinem Smartphone liest und die er oder sie gerne zu Hause noch einmal in gedruckter Form lesen würde. Dort angekommen, kann die Person sofort auf den Ausdruck zugreifen. NFC, welches in vielen Smartphones und einigen Tablets vorhanden ist, verstehen einige Tintenstrahldrucker heute ebenfalls: Sobald das Smartphone auf dem Drucker liegt, wird das geöffnete Dokument gedruckt - ohne weitere Eingaben oder Kabel.

Für wen sind Tintenstrahldrucker geeignet?

Der beinahe schon klassische Tintenstrahldrucker für unter 100 Euro ist das ideale Werkzeug für Studenten, Schüler und Personen, welche nur hin und wieder einige Ausdrucke zu erledigen haben. Größere und oft deutlich teurere Modelle rentieren sich in der Regel nur in Büros, wenn die Kosten keine große Rolle spielen. Die Arbeit wird jedoch in beiden Fällen durch Eigenschaften wie ein möglichst großzügiges Einschubfach für Papier oder auch eine Einheit für den Duplexdruck erleichtert. Wichtig, aber nicht in jedem Tintenstrahldrucker vertreten, ist aus heutiger Sicht die WLAN-Unterstützung: Wer einmal ohne Kabel gedruckt hat, möchte darauf nie wieder verzichten.